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    Rasenkrankheiten

    Was Hobbygärtner wissen müssen

    Ein Rasen ist ein vollwertiges Lebewesen, das auch mal krank werden kann. Rasenkrankheiten sind der Horror eines jeden Rasenliebhabers und müssen daher so gut es geht vermieden werden. Dafür können Sie sowohl vorbeugen, als auch akut handeln, wenn eine Rasenkrankheit sich auf Ihrem Grün einstellt. Ganz wichtig ist es aber, Rasenkrankheiten erst einmal zu kennen und zu erkennen. Wann ist der Rasen krank? Wie sieht ein kranker Rollrasen aus und was kann man dagegen tun? Der Rollrasen Ratgeber von rollrasenshop.de stellt einige der am weitesten verbreiteten Rasenkrankheiten vor und beantwortet alle wichtigen Fragen dazu.

    Definition Rasenkrankheiten

    Rasenkrankheiten sind in der Regel Pilzerkrankungen oder – seltener – bakterielle Infektionen, die Rasengräser befallen und deren Wachstum, Optik und Belastbarkeit beeinträchtigen. Ausgelöst werden sie häufig durch ungünstige Witterungsbedingungen wie Feuchtigkeit, Trockenheit oder extreme Temperaturen, kombiniert mit Pflegefehlern oder einer geschwächten Nährstoffversorgung. Typische Folgen sind Flecken, Verfärbungen, absterbende Halme und ein ungleichmäßiges Erscheinungsbild der Fläche. Wer Rasenkrankheiten rechtzeitig erkennen kann, hat gute Chancen, das Ergebnis durch gezielte Behandlung und Vorbeugung zu verbessern.

    Typische Ursachen von Rasenkrankheiten

    Die Ursache für den Ausbruch einer Rasenkrankheit ist oft ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Pilze wie bei Rotspitzigkeit, Schneeschimmel oder Dollarfleckenkrankheit benötigen einen passenden Nährboden. Dieser entsteht unter anderem durch:

    • Staunässe oder dauerhaft hohe Feuchtigkeit
    • Längere Trockenheit ohne ausreichendes Wasser
    • Nährstoffmangel oder unausgewogene Düngung
    • Rasenfilz, der die Belüftung des Bodens hemmt
    • Falsches Mähen (zu tief oder zu selten)
    • Hohe mechanische Belastung durch Unkräuter, Geräte, Tiere oder Menschen
    • Lichtmangel in schattigen Stellen
    • Verwendung von minderwertigem Saatgut bei Neuanlagen oder Nachsaaten

    Diese Faktoren führen zu einer Schwächung der Grasnarbe, wodurch sich Erreger leichter ausbreiten können.

    Typische Symptome im Überblick

    • Flecken unterschiedlicher Farbe (gelb, braun, rot)
    • Sichtbares Myzel oder weißer Belag
    • Absterben ganzer Stellen der Grasnarbe
    • Verfärbungen einzelner Halme oder Pflanzen
    • Veränderung der Optik der gesamten Rasenflächen
    • Moos- oder Unkräuter-Zunahme als Folge geschwächter Gräser

    Vorbeugung: So bleibt Ihr Rasen gesund

    Die beste Strategie gegen die häufigsten Rasenkrankheiten ist eine konsequente Vorbeugung. Dazu gehören:

    • Regelmäßige, bedarfsgerechte Düngung mit allen wichtigen Nährstoffen
    • Ausreichende Belüftung des Bodens durch Vertikutieren und Aerifizieren
    • Entfernen von Rasenfilz, Laub und Rasenschnitt
    • Vermeidung von Staunässe durch gute Drainage
    • Gleichmäßiges Mähen auf etwa 1/3 der Halmlänge
    • Nutzung von hochwertigem Saatgut bei Nachsaat oder Neuanlagen

    Allgemeine Behandlungstipps

    Bei allen Pilzkrankheiten gilt: Je früher der Befall erkannt wird, desto einfacher die Bekämpfung. Allgemeine Maßnahmen sind:

    • Belastete Stellen abtragen oder nachsäen
    • Angepasste Bewässerung je nach Jahreszeit und Witterung
    • Optimierung der Nährstoffversorgung
    • Belüftung verbessern, um Nährboden für Pilze zu reduzieren
    • Entfernen von Moos und Unkräutern
    • Bei starkem Pilzbefall gezielter Einsatz zugelassener Fungizide

    Rasenkrankheiten – Anthracnose

    Die Rasenkrankheit Anthracnose entsteht durch zu hohe Belastung. Dabei kann es sich entweder um zu tiefen Rasenschnitt handeln, um anhaltende Trockenheit, aber auch Nässe. Auch Rasenfilz oder reiner Nährstoffmangel können Ursachen für Anthracnose sein. Die Krankheit tritt vermehrt zwischen Frühjahr und Herbst auf und zeigt sich durch Flecken, die gelblich bis rotbraun sein können. Damit sieht Anthracnose einfachen Trockenschäden im Rasen zum Verwechseln ähnlich. Besonderes Merkmal sind jedoch bei der Anthracnose dornenartige Auswüchse an den Halmen.

    Was kann man gegen Anthracnose tun?

    • dem Wetter entsprechend wässern, Trockenstress vermeiden
    • Boden muss gut durchlässig sein, dazu vertikutieren, aerifizieren oder auch sanden
    • Laub und Rasenschnitt vom Rollrasen entfernen
    • ausgewogen düngen (im Herbst kein Stickstoff)
    • regelmäßig auf 1/3 Halmlänge mähen

    Blattfleckenkrankheit

    Wird ein Rasen geschwächt, zum Beispiel durch zu tiefen Rasenschnitt, nachhaltige Feuchtigkeit oder zu einseitige Düngung, kann sich die Blattfleckenkrankheit einstellen. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die abhängig von der jeweiligen Pilzart zwischen Frühjahr und Herbst auftreten kann. Das Temperaturspektrum der Blattfleckenkrankheit liegt zwischen 10 und 30°C. Der geschwächte Rollrasen zeigt bei der Blattfleckenkrankheit die typischen weißlich-gelblichen bis braunen Flecken auf den Blattscheiden und den Blättern.

    Was kann man gegen die Blattfleckenkrankheit tun?

    • Kann nur vorbeugend verhindert werden
    • Nicht unnötig häufig wässern
    • Laub und Rasenschnitt entfernen…
    • …und so Pilzen den Nährboden nehmen

    Dollarfleckenkrankheit

    Hat ein Rasen die Dollarfleckenkrankheit, kann diese aus zu hoher Belastung durch Arbeitsgeräte, Tiere, Menschen oder auch den Wind entstehen. Auch mangelnde Nährstoffe oder andauernde Trockenheit können Ursachen für die Dollarfleckenkrankheit sein. Sie tritt meistens im Sommer auf, vor allem bei Temperaturen ab 25°C und darauf folgenden kühlen Nächten mit Taubildung. Symptome der Dollarfleckenkrankheit sind markante gelbliche, helle Flecken in der Rasenfläche, die auf bis zu 10cm Durchmesser anwachsen können, bei hoher Feuchtigkeit auch begleitet von Myzel, einem Pilzgeflecht.

    Was kann man gegen die Dollarfleckenkrankheit tun?

    • Vorbeugend gut und ausgewogen düngen
    • Trockenstress vermeiden
    • Wässern in geeigneter Menge und Häufigkeit
    • Gut durchlässigen Boden gewährleisten

    Grauer Schneeschimmel

    Grauer Schneeschimmel kann typischerweise zwischen Spätherbst und dem Frühjahr auftreten. Die typische Ursachen sind tiefe Temperaturen um die 0°C, sowie eine Schwächung des Rasens durch hohe Belastung und verdichteten, nassen Boden. Grauer Schneeschimmel zeigt sich dann durch hellbraune bis braune Flecken mit einem möglichen Durchmesser von bis zu 50cm, bei entsprechender Feuchtigkeit begleitet von einem hellgrauen Pilzgeflecht. Die Rasenblätter werden trocken und papierartig.

    Was kann man gegen den grauen Schneeschimmel tun?

    • Schwer direkt zu bekämpfen
    • Verschwindet ab ca. 20°C von selbst
    • Vorbeugend Kalium-Düngung
    • Stickstoff-Überdüngung vermeiden
    • Boden muss gut durchlässig sein, dazu vertikutieren, aerifizieren oder auch sanden

    Hexenringe

    Ursachen für Hexenringe sind meistens organische Substanzen, die sich im Boden unter dem Fertigrasen befinden, wie zum Beispiel Wurzeln- oder Holzreste. Diese werden unterirdisch durch Pilze zersetzt und die Pilze bilden ein Geflecht unter der Erde. Bei entsprechenden Witterungsumständen gelangen die Pilze auch in Form der charakteristischen Fruchtkörper, der Hutpilze, an die Oberfläche. Hexenringe zeigen sich anfangs durch dunkelgrüne Ringe auf dem Rasen, in deren Verlauf dann die Pilze wachsen. Besonders günstig sind die Umstände für die ganzjährig auftretenden Hexenringe in sandigen, nährstoffarmen Böden.

    Was kann man gegen die Hexenringe tun?

    • Pilzgeflecht durchschneiden, zerreißen
    • Bei schweren Fällen kompletter Bodenaustausch
    • Betroffene Stellen intensiv wässern
    • Vorbeugend Kalium-Düngung im Herbst
    • Laub und Rasenschnitt entfernen
    • Gut durchlässiger Boden, dazu vertikutieren, aerifizieren oder auch sanden

    Kronenfrost

    Kronenfrost stellt sich auf dem Rasen durch Sporenübertragung oder auch Pilzerkrankungen ein. Doch auch Arbeitsgeräte, Menschen oder Tiere und Wind können entsprechende Stresssituationen sein, die vor allem durch hohe Belastung, eine Unterversorgung mit Nährstoffen oder zu tiefes Mähen hervorgerufen werden. Nässe begünstigt zudem eine Ansteckung zusätzlich. Der Befall mit Kronenfrost droht am ehesten in den Sommermonaten und bis in die wärmeren Herbsttage. Kronenfrost zeigt sich durch hellgelbe Flecken am Blatt, sowie im späteren Krankheitsverlauf gelbliche, braune oder orange staubende Pusteln. Die befallenen Grashalme fallen ab.

    Was kann man gegen den Kronenfrost tun?

    • Befallene, losgelöste Grashalme abharken
    • Sporenbildung durch Mähen auf 1/3 Halmlänge vorbeugen
    • ausgewogen düngen
    • Stresssituationen verhindern (z.B. starke Nässe oder Trockenheit)
    • kahl gewordene Flächen nachgrünen

    Mehltau

    Mehltau zählt zu den gängigsten Rasenkrankheiten. Er entsteht vor allem in Schattenlagen sowie durch feucht-warme Bedingungen. Auch hohe Belastung durch zu tiefes Mähen und Staunässe können Mehltau begünstigen. Der ganzjährig mögliche Befall entsteht in einem Temperatur-Spektrum von 0 – 30°C und zeigt sich vor allem durch weiße, watte-artige Flecken an der Oberseite der Blätter, die sich im Verlauf der Rasenkrankheit zu einem weißen, mehligen Belag entwickeln.

    Was kann man gegen Mehltau tun?

    • Mehr Licht-Versorgung des Rasens (z.B. Bäume ausdünnen)
    • Schattenrasen verlegen
    • Mähen auf 1/3 Halmlänge
    • Gute Bodendurchlässigkeit gewährleisten (vertikutieren, aerifizieren, sanden)

    Rostspitzigkeit

    Rostspitzigkeit kann das ganze Jahr über, innerhalb eines Temperaturbereichs von 0 – 30°C, auftreten. Symptome sind gelbliche bis braune Grashalme, die sich bei entsprechender Feuchtigkeit auch rötlich oder rosa verfärben können. Die Halme werden von einem geweihartigen Pilzgeflecht überzogen, das vor allem durch zu hohe Feuchtigkeit und eine Nährstoff-Unterversorgung (vor allem Stickstoff) hervorgerufen werden können.

    Was kann man gegen Rostspitzigkeit tun?

    • Laub und Rasenschnitt entfernen
    • Auf ca. 1/3 Halmlänge mähen
    • Gute Bodendurchlässigkeit gewährleisten (vertikutieren, aerifizieren, sanden)
    • Gut düngen (kein Stickstoff im Herbst)
    • Dem Wetter entsprechend wässern

    Schleimpilz

    Schleimpilz bildet sich, wie auch Hexenringe, durch Pilze, die unterirdisch Pflanzenreste zersetzen. Das unterirdische Pilzgeflecht (auch Myzel genannt) kommt in seltenen Fällen an die Oberfläche, befällt Wurzeln und Halme. Geschieht dies, zeigt sich der Schleimpilz durch entweder gelbe, orange oder violette pustel-ähnliche Tropfen an der Rasenfläche.

    Was kann man gegen Schleimpilz tun?

    • In schweren Fällen muss, wie auch bei Hexenringen, der Boden komplett ausgetauscht werden
    • Gute Bodendurchlässigkeit gewährleisten (vertikutieren, aerifizieren, sanden)
    • Gut düngen (Kalium zum Herbst hin)
    • Laub und Rasenschnitt entfernen

    Wurzelbrand

    Wurzelbrand ist eine der Rasenkrankheiten, die vor allem bei neu gesätem oder nachgesätem Rasen auftreten können. Selten tritt Wurzelbrand dagegen bei bereits lange liegenden Rasen auf. Ursachen sind hohe Belastungen, etwa durch Überdüngen, Trockenheit, Rasenfilz oder verdichtete Bodennässe. Der Befall mit Wurzelbrand ist ganzjährig möglich und zeigt sich durch helle Flecken, schlaffe, schleimige Halme und dunkel verfärbte Wurzelhälse. Die Halme lassen sich bei Befall mit Wurzelbrand sehr leicht aus dem Boden ziehen.

    Was kann man gegen Wurzelbrand tun?

    • Trockenstress vermeiden
    • Wässerung optimieren
    • Gute Bodendurchlässigkeit gewährleisten
    • richtig düngen

    Häufigste Rasenkrankheiten auf einen Blick

    Krankheit Hauptsymptome Saison Behandlung/Prävention
    Anthracnose Gelblich-rote Flecken, dornenartige Auswüchse Frühjahr–Herbst Angepasste Düngung, Belüftung, Trockenstress vermeiden
    Blattfleckenkrankheit Gelbliche bis braune Flecken auf Blättern Frühjahr–Herbst Gleichmäßige Nährstoffversorgung, Feuchtigkeit regulieren
    Dollarfleckenkrankheit Helle Kreise bis 10 cm, oft mit Myzel Sommer Ausgewogen düngen, Trockenheit verhindern
    Grauer Schneeschimmel Braune Flecken, graues Pilzgeflecht Spätherbst–Frühjahr Kalium-Düngung, Staunässe vermeiden
    Hexenringe Dunkelgrüne Ringe, Hutpilze Ganzjährig Nachsäen häufiger erforderlich, da Fläche lückenhafter sein kann
    Rotspitzigkeit Gelbliche Halme mit rötlichem Pilzgeflecht Ganzjährig Ausgewogen düngen, Belüftung verbessern
    Mehltau Weißer Belag auf Halmen Ganzjährig Mehr Licht, Staunässe vermeiden

    Abgrenzung Rasenkrankheiten von Nährstoffmangel

    Nährstoffmangel kann ähnliche Symptome wie Pilzkrankheiten verursachen, ist aber keine Infektion durch Erreger. Während Rasenkrankheiten oft Flecken mit klaren Rändern und sichtbarem Myzel oder Belag zeigen, äußert sich Nährstoffmangel eher in gleichmäßigen Verfärbungen großer Flächen. Eine Bodenanalyse hilft, zwischen Krankheiten und Mangelerscheinungen zu unterscheiden.

    Unterschied: Rasenkrankheiten und Schädlingsbefall

    Schädlingsbefall wird durch Insektenlarven, Würmer oder Nagetiere verursacht, die Rasengräser oder deren Wurzeln fressen. Im Gegensatz zu Pilzkrankheiten entstehen die Schäden nicht durch Erreger, sondern durch direkten Fraß. Typische Anzeichen sind lockere Grasnarbe, herausziehbare Pflanzen oder Fraßgänge im Boden. Die Behandlung unterscheidet sich deutlich: Während Pilzbefall mit Pflegemaßnahmen und ggf. Fungiziden bekämpft wird, erfordert Schädlingsbefall den gezielten Einsatz biologischer oder chemischer Mittel gegen die jeweilige Art.

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